In Einfacher Sprache:
Warum gibt es uns?

Es gibt Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Viele Menschen merken das täglich. Seit 2019 sind wieder besonders schlimme Dinge passiert: Mehrere Menschen haben aus rassistischen und antisemitischen Gründen Gewalt angewendet. Sie haben Menschen getötet. In den Städten Halle, Kassel und Hanau. 3 Mal in nur 9 Monaten. Wir möchten etwas dagegen tun.

Diskriminierung heißt: Menschen werden ausgeschlossen oder schlecht behandelt. Oder sie haben nicht die gleichen Chancen wie andere Menschen. Aus Gründen, an denen sie nichts ändern können. Das können die Gründe sein: Geschlecht, Herkunft, Aussehen, Sprache, Glaube, Religion, Alter, sexuelle Identität, eine Behinderung oder eine andere Meinung.
Diskriminierung passiert aus verschiedenen Gründen und ist falsch. Diskriminierung ist nicht die Schuld der Person, die diskriminiert wird.

Rassismus ist eine Art von Diskriminierung. Das heißt: Menschen werden ausgeschlossen oder schlecht behandelt wegen ihrer Herkunft, ihrem Aussehen, ihrem Namen oder ihrer Sprache. Sie werden deswegen oft anders behandelt und haben nicht die gleichen Chancen wie andere Menschen in Deutschland. Zum Beispiel, wenn sie eine Wohnung oder einen Job suchen.
Rassismus hat nicht nur etwas mit Gewalt und Beschimpfungen zu tun. Rassismus kommt nicht nur bei Nazis und schlechten Menschen vor. Rassismus geschieht auch oft unabsichtlich. Um etwas gegen Rassismus zu tun, muss jede*r bei sich selbst anfangen.

Antisemitismus heißt: Menschen, die antisemitisch sind, sind feindlich gegen Juden und Jüdinnen. Wenn etwas schlecht läuft in der Welt, dann wird behauptet: Die jüdischen Menschen sind schuld. Sie werden beschimpft oder beleidigt. Es werden Lügen über sie erzählt. Antisemitismus kann verschiedene Formen haben. Antisemitismus bedeutet auch Gewalt gegen jüdischen Menschen. In der Vergangenheit und auch heute werden Menschen nur deshalb ermordet, weil sie Juden und Jüdinnen sind.

Geschlechter-gerechte Sprache
Geschlechter-gerechte Sprache heißt: Alle Geschlechter kommen in der Sprache vor. Frauen, Männer und alle Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau fühlen. Man hat deswegen in der Standard-Sprache Zeichen erfunden.
Zum Beispiel den Gender-Stern: Politiker*in
Gender-Stern spricht man so: Tschender-Stern.

Mit dem Gender-Stern sagt man: Alle sind gemeint. Deswegen benutzen wir den Gender-Stern in unseren Texten.

Unsere Geschichte

Ayten Kılıçarslan ist die Leiterin vom Bundesverband Sozialdienst muslimischer Frauen. Nach den schlimmen Ereignissen hat Frau Kılıçarslan gesagt: „Wir müssen zusammenrücken. Wir müssen füreinander einstehen.“ Das heißt: Wir müssen uns alle respektieren und füreinander da sein. Sie hat die Organisationen und Mitarbeiter*innen vom Förderprogamm „Menschen stärken Menschen“ eingeladen. Zusammen haben sie eine Arbeitsgemeinschaft gegründet: Sie hieß AG ‚Haltung zeigen‘.
Eine Arbeitsgemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die zusammen für etwas arbeiten.

Die AG wollte viel gegen Rassismus tun. Vor allem gegen rassistische Gewalt und gegen Diskriminierung. Und dafür, dass sich alle Menschen gegenseitig respektieren.

Anfang 2021 hat die AG ein Projekt begonnen. Das Projekt heißt: Initiative ‚Haltung zeigen – Vielfalt stärken‘ und hilft gegen Rassismus etwas zu tun. Verantwortlich für das Projekt sind die Organisationen:

  • „Bundesverband Sozialdienst muslimischer Frauen“
  • „BürgerStiftung Hamburg“
  • „Start with a Friend e.V.“
  • („ROCK YOUR LIFE! gGmbH“ bis Dezember 2021)

Unser Partner: das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“

Das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ ist ein Förderprogramm vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Abkürzung: BMFSFJ). Das Bundesministerium gehört zur deutschen Regierung.

„Menschen stärken Menschen“ unterstützt seit 2016 25 Organisationen in Deutschland, die Pat*innenschaften begleiten.

Was sind Pat*innenschaften? Die Projekte von „Menschen stärken Menschen“ bringen Menschen für Pat*innenschaften zusammen. Diese bestehen aus 2 Menschen. Meistens ist 1 Person der*die Pat*in und die andere Person der*die Mentee. Man kann die beiden Menschen auch Tandem nennen. Oder Mentor*in und Mentee. Man kann aus verschiedenen Gründen bei einer Pat*innenschaft mitmachen. Weil jemand besser Deutsch lernen möchte. Weil jemand Hilfe bei etwas braucht. Weil jemand einen Freund oder eine Freundin sucht. Eine Pat*innenschaft ist freiwillig. Das heißt, keine*r wird dazu gezwungen eine Pat*innenschaft einzugehen.

© Illustration hanımkatür

Unser Projekt:
Initiative ‚Haltung zeigen – Vielfalt stärken‘
Was machen wir?

Seit März 2021 gibt es das neue Projekt Initiative ‚Haltung zeigen – Vielfalt stärken‘. Das sind unsere Ziele:

  • Wir wollen Pat*innenschaften, bei denen jede*r sein kann, wie sie oder er ist. Jeder kann mitmachen. Respekt vor allen Menschen ist dabei sehr wichtig.
  • Wir helfen Diskriminierung zu sehen und zu erkennen. Und helfen wie etwas dagegen getan werden kann.
  • Jede*r soll wissen, dass Rassismus und Diskriminierung schlecht für unsere Gesellschaft sind. Wir wollen, dass viele Menschen dabei helfen, etwas dagegen zu tun.
  • Wir wollen, dass Menschen miteinander über Rassismus und Diskriminierung reden. Und über gute und schlechte Dinge ehrlich sprechen. Dabei sollen alle respektvoll bleiben.
  • Wir wollen, dass alle verstehen, was Rassismus ist. Und warum manche Menschen rassistische Diskriminierung erleben. Und wie man Rassismus bei sich selbst erkennen kann.
  • Viele Menschen kennen Diskriminierung gut. Sie erleben Diskriminierung jeden Tag. Wir wollen diese Menschen stark machen.

Unsere Projektbausteine:

Kurse gegen Rassismus und
Diskriminierung

Informationen und online-Treffen
zu Gesellschaft und Problemen

Arbeits-Hilfen für
diskriminierungssensible
Pat*innen­schaft­en

Kurse gegen Rassismus und Diskriminierung

  • Was? Kurse für Mitarbeiter*innen von den Organisationen im Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“.
  • Wann?
    • 21. Oktober, 10:00 – 17:00 Uhr in Köln (Präsenz): Workshop: Theater der Unterdrückten – Rassismus begegnen mit Empowerment.
      Anmeldung ist hier möglich.
    • 24. Oktober, 09:00 – 16:00 Uhr: Workshop: machtkritische Beziehungsarbeit im Pat*innenschaftskontext (online).
      Anmeldung ist bis 17. Oktober hier möglich.
    • 23. November, 14:00 – 18:30 Uhr: Empowerment Workshop (online).
      Anmeldung ist hier möglich.
    • 5. Dezember, 13:00 – 16:00 Uhr: Kollegiale Beratung & Austausch im Kontext Pat*innenschaften & Rassismus (online).
      Mehr Informationen und Anmeldungslink folgen.

Alte Kurse gegen Rassismus und Diskriminierung und online-Treffen:

  • 21. September 2022: „Pat*innenschaften als Werkzeug für ‚Integration‘?“ – Eine Reflexion der Initiative ‚Haltung zeigen‘ mit Karim El-Helaifi und Dr. David Schiefer.
  • 24. August 2022: Workshop zur kollegialen Fallberatung.
  • 23. Juni 2022: Allyship Workshop.
  • 01. Juni 2022: „Wie kann rassismuskritische Solidarität aussehen!?“ – Ein Gespräch der Initiative ‚Haltung zeigen‘ mit Dr. Sué González Hauck und Jeff Kwasi Klein.
  • 10. Mai 2022: Schulung zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS).
  • 31. Januar 2022: Wir starten das 2. Jahr in dem Projekt mit einem online-Treffen
  • Kurs-Termine waren von Juni 2021 bis September 2021. Es gab 3 Module, also 3 Teile zu verschiedenen Themen:
  • Modul 1: Titel: Einführung europäische Kolonialgeschichte und koloniale Kontinuitäten.
    • Hier ging es um die Geschichte der Kolonialisierung. Und darum, dass weiße Staaten immer noch kolonialistisch sind.
  • Modul 1: Titel: Einführung Rassismusverständnis mit Fokus auf strukturelle Wirkmechanismen auf 4 intersozialen Ebenen.
    • Hier ging es um Rassismus. Darum, wie man ihn bemerkt. Und darum, dass es ihn auch in Strukturen gibt. Also in der Politik, in Gesetzen und Regeln. Oder in Universitäten und in der Schule. Oder in der Kunst und Literatur.
  • Modul 2: Titel: Kritische (Selbst-)Reflexion zu Privilegien, intersozialen, interkulturellen Kompetenzen und Diskriminierungserfahrungen.
    • Hier ging es darum zu verstehen, was Privilegien sind. Was das Wort bedeutet. Und zu verstehen, welche Menschen welche Privilegien haben. Und welche man selbst hat. Und wie man damit umgeht.
  • Modul 3: Titel: Einführung in die diversitätsorientierte Organisationsentwicklung.
    • Hier ging es um Diversität. Und darum, wie eine Gesellschaft divers werden kann.

Arbeits-Hilfen

In den Arbeits-Hilfen stehen Informationen über Rassismus und Diskriminierung. Jede*r kann diese dann benutzen. Und lernen, was man gegen Rassismus und Diskriminierung machen kann. Und wie man das machen kann.
In den Arbeits-Hilfen erklären wir auch schwierige Wörter. Manche in Einfacher Sprache. Damit es alle gut verstehen können. Und wir schreiben auf, welche anderen Bücher über Rassismus und Diskriminierung es gibt. Wer möchte, kann auch diese Bücher lesen.

  • Workshopdokumentation in Einfacher Sprache 2021

    Hier auf Einfacher Sprache: die Dokumentation „Rassismus- und Diskriminierungssensibilisierung im Kontext Pat*innenschaftspraxis“ unserer Workshopreihe 2021. In dieser Workshop-Dokumentation schreiben wir das Wissen noch einmal für alle auf. Wir erklären die Themen Rassismus und Diskriminierung.

    Zur korrekten Ansicht empfehlen wir das Dokument herunterzuladen.

Das sind wir:

Im Projekt Initiative ‚Haltung zeigen – Vielfalt stärken‘ gibt es 3 Gruppen.

Das Projektteam: Das sind alle Menschen, die täglich im Projekt arbeiten.

Die Steuerungsgruppe: Das sind alle Menschen, die wichtige Entscheidungen treffen. Und die prüfen, ob alles im Projekt gut funktioniert.

Der Fachbeirat: Das sind Menschen, die sich gut auskennen. Zum Beispiel mit Rassismus, mit Diskriminierung, mit Politik oder mit Menschen. Sie geben Rat und helfen bei schwierigen Fragen.

Menschen in unserem Fachbeirat: Hamidou Bouba, Prof. Dr. Sarah Häseler-Bestmann, Mamad Mohamad, Dr. Andrés Nader, Sally Paege, Dr. Kristina Seidelsohn, Vera Sompon und Prof. Dr. Sabrina Zajak.

Steuerungsgruppe

Annika Jähnke (sie/ihr)

Projektleitung „Landungsbrücken – Patenschaften in Hamburg stärken“

BürgerStiftung Hamburg

Ayten Kılıçarslan (sie/ihr)

Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende

Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

Sanga Lenz (sie/ihr)

Projektleitung Initiative ‚Haltung zeigen – Vielfalt stärken‘

Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

Teresa Rodenfels (sie/ihr)

Geschäftsführende Vorsitzende

Start with a Friend e.V.

Taner Yüksel (er/sein)

Projektleitung „Patenschaft – Praxis – Qualifizierung“ (PPQ)

Sozialdienst muslimischer Frauen e.V.

Die liebe Verena Thun war Steuerungsgruppenmitglied im Projektjahr 2021. Sie ist Programmleitung von R!EACH bei der Organisation ROCK YOUR LIFE!. Wir danken Ihr für die tolle Zusammenarbeit.

Projektteam

Sanga Lenz (sie/ihr)

Projektleitung

s.lenz@smf-verband.de

+49 (0)176 862 89 363

Saskia Schindler (sie/ihr)

Projektmitarbeiterin

s.schindler@smf-verband.de

+49 (0)176 874 54 524

Naïma Sita Walter (sie/ihr)

Projektassistenz

n.walter@smf-verband.de

+49 (0)176 466 85433

Projektträger*in

Kooperationspartner*innen